Zuflucht im Schönen No. 37: Lebensträume

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Das Thema der Woche

"Man sollte nie Geld, Gefühle und Gedanken auf die Seite legen, später braucht man sie nicht mehr."

Das ist ein Zitat der italienischen Schriftstellerin Natalia Ginzburg, die man oben sieht. Das Plakat hängt bei uns in der Waschküche und erinnert mich daran, nichts auf später zu verschieben, was mir wirklich wichtig ist.

Vom "auf die Seite legen" komme ich auf das "Verlegen", etwas an einen falschen Ort legen und nicht mehr finden, und, mit Hilfe der Gebrüder Grimm natürlich, zum "Verlegen" von Büchern: 

"ein buch verlegen, eigentlich die druckkosten für das buch eines anderen übernehmen"

der verleger: "der den betrieb oder vertrieb einer sache übernimmt"

Zum Verlegersein gehört für mich aber auch, eine Hebamme zu sein, wie die Dresdner Hebamme auf dem alten Stich, den ich vor vielen Jahren auf dem Flohmarkt fand: Die Hingabe und Leidenschaft, etwas in die Welt bringen zu wollen, das man unbedingt lesen möchte ... 

 

Um Lebensträume geht es auch in der von mir mit Hingabe verlegten Erzählung von Cornelia Becker, "Die Kinder meines Vaters", die wir diese Woche auf mit einer sehr schönen Lesung von ihr vorstellen (Playlist Bübül Verlag Berlin auf meinem you-tube Kanal).

Am Samstag hätte ich eine Lesung in der Buchhandlung Lentner in München gehabt, vermittelt von meiner lieben und engagierten Kollegn Gunna Wendt, die sich mit Hingabe den Leben anderer widmet, wie etwa Liesl Karlstadt, der Lebens- und Kunstgefährtin von Karl Valentin.

Mit einem Zitat aus ihrem Buch "Lou Andreas-Salomé und Rilke - eine amour fou" (insel tb) schließe ich: 

"Die Welt, sie wird dich schlecht begaben, / Glaube mir's / Sofern du willst ein Leben haben, / Raube dir's!"