Zuflucht im Schönen No. 43: Langeweile und Phantasie

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Langeweile=gut

schrieb ich auf einen großen Zettel, den ich an die Wand hing, als meine Töchter klein waren und manchmal ankamen "mir ist langweilig". Denn ich war der Meinung, dass man sich 1. in der Langweile ausruht und 2. Kinder, wenn man sie der Langeweile überlässt, sich meistens nach einer Weile, die dann gar nicht so lang ist, etwas ausdenken und zu spielen beginnen. Was man ihnen nehmen würde, würde man ihnen etwas "vorsetzen".

Lewis Carroll (1832-1898) beginnt sein berühmtes Kinderbuch "Alice im Wunderland", das in England 1865 erschien, mit dem Satz, dass Alice sich langweilt .... und beschreibt dann genau den Vorgang, in dem Alice'  Phantasie in Gang kommt, sie das Kaninchen mit der Uhr sieht und in den langen, langen Tunnel fällt ... wie der schöpferische Mensch, der sich auf die Reise ins Innere begibt ... Carroll schildert hier diesen Prozeß der "Kreativität".

Oben sieht man die "Grinsekatze" des Zeichners John Tenniel (1820-1914), der sie für die Erstausgabe bei MacMillan anfertigte.

Von der Langeweile zur Phantasie, von den kindlichen Rollenspielen zur Frage der Identität.