Zuflucht im Schönen No. 47: Schönheit und Schrecken, Blumen und Sinnlichkeit

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In Zolas Roman "La Curée" (Die Beute) ...

...  geht es um Renée, die junge Frau des Spekulanten Aristide Saccard, die sich in dessen Sohn aus erster Ehe verliebt, Maxime. Die Verführungsszenen sind eng verbunden mit der Welt der Blumen und Pflanzen ... sie finden in der Kutsche statt, die durch den Bois de Boulogne fährt, und vor allem im luxuriösen Wintergarten, der in dieser Zeit zur Innenausstattung der wohlhabenden Schicht gehörte, die damit ihr soziales Prestige anzeigte.

Eisenkonstruktionen ermöglichten es, mit Glas auch große Gebäude zu errichten - wie die botanischen Gärten, in Paris, Neapel, Wien ...

... denn exotische Pflanzen waren besonders beliebt, aus China, Indien oder Südamerika importiert.

Bei Zola tauchen ganze Scharen von Pflanzen auf, darunter: Seerosen (wir denken an Monet!), Vanillepflanzen, Farne, Pterizdazeen, Cyatheazeen, rosa begonien, Kaladein mit weißen Spitzen, samtweiche Pfeilkräuter aus der Gattung der Mrantzeen, lila Gloxonien, und vor allem der chinesische Hibiskus, für den Zola offenbar eine große Begeisterung hegte!

Die folgende Stelle aus "La Curée" habe ich grob übersetzt. Zola beschreibt der Wintergarten, in dem sich eine Liebesszene zwischen Renée udn Maxime abspielt. Beim Betreten des Wintergartens bestach "ein großer Hibiskus aus China. Die riesigen purpurfarbenen Blüten dieser gigantischen Malve, die ohne Unterlass wieder und wieder auf blühten, geboren wurden, lebten nur einige wenige Stunden. Man könnte sagen, die sinnlichen Münder von Frauen, die sich öffneten, die roten, weichen, fechten Lippen wie von einer Messalina-Riesin, deren Küsse tödlich waren, und die wieder und wieder auferstanden, mit einem gierigen, blutigen Lächeln" 

Messalina war eine berühmte römische Prostituierte.