Zuflucht im Schönen No. 54: Identifikation im Roman
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Wie funktioniert Identifikation im Roman?
Die britische Autorin Jeanette Winterson 8geb. 1959 in Manchester) hat in ihrem 1992 veröffentlichten Roman Written on the Body (deutsch Auf den Körper geschrieben bei 2020 bei Kein & Aber, zuvor Berlin Verlag 2006) den Versuch unternommen, eine geschlechtslose Erzählfigur zu kreieren. Obwohl sich atmosphärisch der starke Eindruck vermittelt, dass es sich um die Liebe zwischen zwei Frauen handelt. In der aktuellen deutschen Ausgabe wird für dieses "geschlechtsindifferente" Wesen jedoch die männnliche Form genutzt: "Keiner von uns" oder "dass ich der Einzige war" ...
James Baldwin wiederum schreibt als schwarzer Autor eine Liebesgeschichte über zwei weiße Männer, wie der Verlag dtv betont --- und Gustave Flaubert sagte über seine Heldin: Emma Bovary, c´est moi. Worin also besteht Identifikation? Wie funktioniert sie? Wenn es nichts etwa mit dem Geschlecht zu tun hat? Wer "darf" über wen schreiben?
Das sind alles heiß diskutierte Themen, die weitere Fragen eröffnen.
Die genannten Bücher und Autor*innen:
Jeanette Winterson, Auf den Körper geschrieben
James Baldwin: Giovannis Zimmer
Gustave Flaubert: Emma Bovary
Georges Simenon
Bettina Erasmy (Dramatikerin und Lyrikerin)