Zuflucht im Schönen No. 55: Wie entsteht ein Roman? Und: Von der Blume zum Tier bei Zola
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Ich werde oft gefragt, wie entsteht eigentlich ...
... das Gefüge eines Romans? Weißt du es von Anfang an, wie der ganze Roman aussieht?
Ich beschreibe es für mich wie den Vorgang in der klassischen Bildhauerei: in der Auseinandersetzung mit dem Stein lege ich (als imaginierte Bildhauerin) die Vison frei, die ich von der Skupltur habe. Manchmal ist diese Vison sehr klar und mit dem ersten Satz da, wie im Buch über Kleist, manchmal weiß ich genau, wie die Teile des Romans sich zueinander verhalten, wie sie "schmecken" sollen, ihre Dynamik, und dann geschene aber auf dem weg viele Überraschungen, die ich dann integrieren muss.
Ich spreche in diesem Vlog auch über die Freude am Schreiben, udn dass ein Roman "wat Reelles" ist. Seine Realität manchmal von großer Intensität, udn dass ich gern meine Freude über bildende Kunst und Bücher etc. teile.
Bei anderen Büchern ist die Vision zwar ein Gefühl, aber nicht so genau ausformuliert: Ich lerne sie beim Freilegen des Steins selber erst kennen. Das ist ein ungleich fragilerer Prozess.
Thema No. 2: Zola,
der die Sexualität seiner Zeit ins Visier genommen hat, in der Ambivalenz zwischen Faszination und einer Abscheu, beschreibt Frauen als sexuelle Wesen nicht nur als Blumen wie in "Die Beute", sondern auch mit Metaphern oder Bildern des Tierhaften, so in "Nana" (1879).
Oben das Bild vom Kranich ist ein Detail aus Manets "Nana"