„Während der letzten Monate hat mich die Frage nach dem Ende der Welt nicht losgelassen."
Ein Erzähler wandert immer wieder auf dem Pilgerweg nach Compostela; er landet "am Ende der Welt", finis terrae, einem Küstenfleckchen hinter der berühmten Stadt. Ihn beschäftigt die Frage nach dem, was denn das Ende der Welt sein könnte ... und er kommt mit anderen Wandernden ins Gespräch. Liebe, Empathie, Einsamkeit - alle kommen mit ihren eigenen Fragen auf diesen sonderbaren Weg, auf dem sich alles zu verdichten scheint.
Zugleich zieht sich ein weiterer Faden durch die Erzählung, von einer Stadt, einer Uhr, dem Ende der Zeit, metaphorisch und rätselhaft eingesponnen.

Jürgen Gressel-Hichert: ein Suchender
Kaum ein Kontinent, den er nicht besucht hätte, kaum eine Landschaft, die ihn nicht begeistert hätte. Ständig war er unterwegs, das Leben zu erkunden, das seltsame Wesen Mensch. Das, was er fand, brachte er nach Hause, nach Berlin, für den Rundfunk vor allem, für den er tätig war. Seine Leidenschaft waren die Reportagen, das Gespräch mit den Menschen; ob sie Bücher schrieben, Musik machten oder über letzte Fragen nachdachten. Er versuchte alles zu verstehen, ob Islam, Buddhismus, Schamanismus oder Voodoo- die Sehnsucht der Menschen nach dem, was über sie hinausweist. Mitten im Leben dachte er darüber nach. (Aus dem Nachwort von Tanja Langer)
Als er selbst unheilbar erkrankt spürte, dass seine Zeit gekommen war, wünschte er sich (es gibt noch viele andere Geschichten) die Veröffentlichung dieser Erzählung.
Petrus Akkordeon
der bereits zwei Erzählbände von Jürgen Gressel-Hichert im Bübül Verlag als kongenialer Zeichner begleitet hat, erfand auch für diese Erzählung seine eigene Deutung. Er trat in einen intensiven Dialog mit dem Erzählenden, den er am Ende porträtiert:

Tanja Langer
schrieb angesichts der außergewöhnlichen Situation ein Nachwort, für den Autor ihres Verlags, den humorvollen Kollegen und liebevollen Freund.
Der Musiverlag Böhm & Sohn
übernahm zum 1.6.2026 den Bübül Verlag Berlin. Compostela oder die Sache mit den letzten Fragen ist die erste Produktion, die zusammen mit der Gründungs-Verlegerin Tanja Langer gestaltet wurde: Der Bezug zu einer musikalischen Komponente lag auf der Hand. Und da Jürgen Gressel-Hichert von der lateinamerikanischen Literatur geprägt wurde, verweisen wir im Buch auf eine Vertonung des Gedichts "Aufbruch" des Dichters Ernesto Cardenal, die im Verlag Böhm & Sohn vorliegt (Komponist: Konrad Seckinger).
Jürgen Gressel-Hichert
1956 geboren in Berlin, schrieb über vierzig Jahre lang für Hörfunk, Fernsehen, online. Für seine Arbeit wurde er mit dem Robert-Geisendörfer-Preis, den Journalistenpreisen der Katholischen Kirche, des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz und des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit ausgezeichnet. Der reisefreu-dige Geschichtensammler war als Korrespondent auf der ganzen Welt unterwegs: in fast allen Ländern Europas, in Lateinamerika, Mexiko, USA, Kanada und Asien. Viele kennen seine Stimme, er war als Redakteur bei rbb Kultur (früher SFB 3) tätig. Im Bübül Verlag erschienen seine drei Erzählbände 2022 Eine Liebe in Stettin, 2024 Zwischen Träumen und Reisen und 2026 Compostela. Im Juni 2026 starb er nach schwerer Krankheit in Berlin.
Petrus Akkordeon
1971 geboren in Berlin, fand nach Studien der Philosophie, Psychologie und Religionswissenschaften an der FU Berlin zur Kunst. Er studierte bei F.W. Bernstein an der UDK Berlin und veröffentlichte seither neben zahlreichen anderen Tätigkeiten mehr als fünfzig Bücher bei einem dutzend Verlagen.
Mal schreibt er, mal illustriert er Bücher anderer Autor*in-nen. Sein Debütroman taubengeschichte, eine erschien 2021 bei molokoprint. Seine Arbeiten werden international in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. Im Bübül Verlag veröffentlichte er 2018 Zeichnungen für die Geschichten von Tanja Dückers SchokiDoki, 2024 für Gisbert Amms Gedichte Verbuchstabereien und für die drei Erzählbände von Jürgen Gressel-Hichert.
Maria Herrlich
besorgte wie immer das schöne Layout.